Ausschreibung: Fotos/Illustrationen für den Sammelband «Die Krise und die Zukunft der Demokratie»

02.12.2020

Über uns

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung (RLS) ist eine international tätige Stiftung für politische Bildung, die der Partei DIE LINKE nahesteht. Sie hat sich dem Denken und Handeln der Sozialistin Rosa Luxemburg verpflichtet, die auch die Namensgeberin der Stiftung ist, und engagiert sich für Frieden, Demokratie, soziale Gerechtigkeit und demokratischen Sozialismus. Die Rosa-Luxemburg-Stiftung unterhält ein Büro in Brüssel, das insbesondere die Politik der Europäischen Union kritisch begleitet, und befasst sich aus einer progressiven Perspektive mit Themen wie Demokratie, Handel, Migration und Klimawandel.

Das Projekt

Die Demokratie ist in Gefahr. Der Erfolg und Aufstieg des autoritären Populismus, die damit einhergehende Polarisierung der Politik und die anhaltenden Angriffe auf fundamentale Normen und Grundpfeiler der liberalen Demokratie in Europa und in anderen Weltregionen lassen daran keinen Zweifel. Diese Entwicklung ist ebenfalls symptomatisch für den seit schon längerer Zeit zu beobachtenden Niedergang der Institutionen moderner, liberaler und repräsentativer Demokratien. Gleichzeitig manifestieren sich aber andere Trends, die eher auf Repolitisierung und Transformation und nicht auf den Bedeutungsverlust der liberalen repräsentativen Demokratie zurückzuführen sind.
Immer öfter werden von einer Vielzahl gesellschaftlicher Gruppierungen mit unterschiedlichen Interessen radikale Forderungen nach mehr Teilhabe laut. In gleicher Weise lassen Forderungen nach Inklusion, Gleichheit und Verteilungsgerechtigkeit für die von politischen Entscheidungen betroffenen Menschen den Schluss zu, dass demokratische Normen nicht generell als obsolet angesehen werden. Auf der politischen Bühne sind neue Akteur*innen erschienen, die alternative Formen politischer Organisation ausprobieren. Andere Kräfte propagieren die Idee, dass Demokratie nur wirklich umgesetzt werden kann, wenn sie die von der jeweiligen Politik Betroffenen viel direkter und unmittelbarer einbindet. Die Politik ist allerdings schlecht auf diese Situation vorbereitet und reagiert darauf zu langsam.

Die aktuelle Coronavirus-Krise hat diese Tendenzen weiter verstärkt. Die Welt verändert sich direkt vor unseren Augen, das gilt auch für die liberalen Demokratien. Die politischen Reaktionen auf die Coronavirus-Pandemie zeigen uns, wie verletzlich die Grundlagen der liberalen Demokratie – die wir lange Zeit als unverhandelbar angesehen haben – selbst in modernen demokratischen Staaten tatsächlich sind. In vielen Ländern beobachten wir Einschränkungen individueller Freiheiten und politischer Rechte in einem Ausmaß, wie wir es seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr erlebt haben. Autoritäre Regierungen nehmen die Krise als Vorwand, ihre eigenen politischen Ziele zu verfolgen und demokratische Rechte weiter einzuschränken. In dem Maße, wie die Politik die zahlreichen Krisen infolge der Pandemie in den Griff zu bekommen versucht, verändert sie auch ihre Haltung gegenüber den fundamentalen Fragen der Demokratie – wer was für wen und wie entscheidet. Jede Debatte über die Zukunft der Demokratie muss diese Veränderungen berücksichtigen.

Dieser Sammelband ist als Forum für politische Aktivist*innen, Praktiker*innen und Wissenschaftler*innen gedacht und bietet die Gelegenheit, über den Zustand der Demokratie zu diskutieren und potenziellen zukünftigen Entwicklungen innerhalb der modernen, liberalen, repräsentativen Demokratie auf den Grund zu gehen. Der Band betrachtet und analysiert aus einem politisch linken Blickwinkel die Probleme der modernen Demokratie in Europa. Darüber hinaus beschreibt er Annäherungen an eine mögliche Transformation demokratischer Vertretung, Teilhabe und Governance auf allen Ebenen (lokal, regional, national, supranational/transnational) mit dem Ziel, eine inklusive, gleichberechtigte, freie, gerechte und nachhaltige Gesellschaft zu gestalten. In den einzelnen Kapiteln geht es um Themen wie Demokratisierung und Entdemokratisierung, Populismus, Autoritarismus, Neoliberalismus, „echte Demokratie“, die Frage nach „einem neuen Gesellschaftsvertrag?“, digitale Demokratie (Anti-)Austeritätspolitik, Mobilisierung, Munizipalismus, Big Tech und vieles mehr.

Der Band wird aus ca. 15 Kapiteln mit einer Vielzahl von Themen bestehen und sowohl in einer Online- als auch einer Printversion veröffentlicht. Diese kann kostenfrei heruntergeladen oder als gedrucktes Exemplar bestellt werden.

Wen wir suchen

Wir suchen eine*n Fotograf*in, eine*n Illustrator*in oder eine Agentur, um dieses Werk zu bebildern (etwa drei Illustrationen pro Kapitel plus Titelbild). Dabei geht es nicht darum, den Band farblich einfach nur ansprechend zu gestalten, sondern das Buch und die einzelnen Kapitel durch eine ästhetische und substanzielle Dimension aufzuwerten. Von unserer Seite aus gibt es keine spezifischen Vorgaben hinsichtlich der Form und Art der Fotos oder Illustrationen. Allerdings erscheint aufgrund der Komplexität der akademischen Themen der einzelnen Kapitel und des Sammelbandes insgesamt ein eher abstrakter Gestaltungsstil angezeigt.

Es geht uns besonders darum, Bewerbungen einzelner Fotograf*innen, Illustrator*innen oder Agenturen zu erhalten, die sich mit den Werten und Zielen der Stiftung identifizieren können und über einschlägige berufliche Erfahrungen mit der Arbeit an politischen Themen verfügen, bevorzugt für linkspolitische Organisationen als Auftraggeber. Es sollte ebenfalls ein grundlegendes Verständnis für Politikwissenschaft und soziologische Inhalte vorhanden sein. Ein detailliertes Projektbriefing als Einstieg und mindestens eine Zwischenevaluation mit der Möglichkeit für Anpassungen ist für den/die erfolgreiche Bewerber*in obligatorisch.

Für die Illustrationen stehen drei mögliche Optionen zur Verfügung:
1.    16 individuelle Fotos, die wie folgt bearbeitet/genutzt werden:
a.    1 Foto pro Kapitel, das das Thema des jeweiligen Kapitels in abstrakter Form illustriert, sowie
b.    jeweils 2 Bildausschnitte des Fotos, so dass zu jedem der 15 Kapitel insgesamt 3 Fotos zur Verfügung stehen; plus
c.    1 Cover-Foto, also 46 bearbeitete Bilder insgesamt;
2.    16 individuelle Illustrationen, die wie folgt bearbeitet/genutzt werden:
a.    1 Illustration pro Kapitel, die das Thema des jeweiligen Kapitels in abstrakter Form illustriert, sowie
b.    jeweils 2 Bildausschnitte der Illustration, so dass zu jedem der 15 Kapitel insgesamt 3 Illustrationen zur Verfügung stehen; plus
c.    1 Cover-Illustration, also 46 bearbeitete Illustrationen insgesamt;
3.    Recherche und Auswahl bereits vorhandener Creative Commons-lizensierter Fotos, die das Thema des Buches in den einzelnen Kapiteln in abstrakter Form darstellen, davon
a.    entweder 15 Fotos plus je zwei Ausschnitte/Bearbeitungen
b.    oder 3 individuelle Fotos pro Kapitel,
c.    plus ein Cover-Foto, also 46 Fotos insgesamt.

Zeitliche Planung

Bewerbungsschluss ist der 21. Dezember 2020. Wir behalten uns die Möglichkeit von Auswahlgesprächen vor. Diese würden voraussichtlich am 23. Dezember 2020 (vormittags) stattfinden. Das Projekt beginnt mit einem Projektbriefing am 28. Dezember 2020. Die ersten Entwürfe müssen zur Zwischenevaluation bis zum 15. Januar 2021 eingereicht werden, die endgültigen Dateien sind bis zum 15. Februar vorzulegen.

Bewerbungsprozess

In Ihrer Bewerbung beschreiben Sie bitte, inwiefern Sie dem geforderten Profil entsprechen und wie Sie planen, das Projekt anzugehen. Bitte legen Sie ebenfalls aussagekräftige Arbeitsbeispiele sowie verbindliche Preise in Euro für 15 Fotos/Illustrationen (inklusive bearbeiteter Bilder wie oben spezifiziert) plus ein Titelbild vor. NB: Der Band wird sowohl als Print- als auch als Online-Version veröffentlicht, und kostenlos sowohl als Hardcopy erhältlich sein als auch von der Website der Rosa-Luxemburg-Stiftung Brüssel heruntergeladen werden können. Während die Urheberrechte bei dem*der Fotograf*in/Illustrator*in verbleiben, erhält die RLS Brüssel das nicht-exklusive, zeitlich unbegrenzte Recht, alle 46 Bilder in ihrem Bildungsprogramm im Zusammenhang mit diesem Publikationsprojekt zu verwenden, insbesondere zu reproduzieren, zu verbreiten und für nicht-kommerzielle Zwecke öffentlich zugänglich zu machen, und dieses Recht an Dritte (weltweit) zu übertragen.

Die Anzahl der angeforderten Fotos/Illustrationen kann sich (geringfügig) ändern, da noch nicht alle Texte vorliegen und die Anzahl der Fotos/Illustrationen von der endgültigen Länge/Zahl der Kapitel abhängt.

Auswahlkriterien

Die Auswahl erfolgt anhand folgender Kriterien:

  • Einschlägige berufliche Erfahrung in der Arbeit an politischen Themen (Illustration, Fotografie, Bildbearbeitung)
  • Eignung des Projektvorschlags für das Publikationsprojekt (ästhetische und substantielle Aufwertung des Projekts durch die Bilder)
  • Qualität der Arbeitsproben
  • Klares Verständnis des Projekts und der Anforderungen an seine Umsetzung

Bitte senden Sie Ihre Bewerbung bis Montag, 21. Dezember 2020, 13.00 Uhr CET, an Dr. Ada Regelmann (ada.regelmann@rosalux.org) & Alexandra Spaeth (alexandra.spaeth@rosalux.org).

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