Donnerstag, 17. Juni 2021, 10:00 - Donnerstag, 8. Juli 2021, 11:30

WEBINARREIHE: RCEP UND DIE SOZIALEN, ÖKONOMISCHEN UND GEOPOLITISCHEN FOLGEN

Am 15. November 2020 wurde das Regional Comprehensive Economic Partnership (RCEP) nach acht Verhandlungsjahren auf dem Gipfel des Verbandes der Südostasiatischen Nationen (ASEAN) per Videokonferenz unterzeichnet. Das Abkommen ist bereits jetzt ein Meilenstein in der regionalen Wirtschaftsintegration, denn das RCEP umfasst neben den 10 ASEAN Mitgliedern wie Brunei, Myanmar, Kambodscha, Indonesien, Laos, Malaysia, die Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnamv die Staaten China, Australien, Japan, Süd-Korea und Neuseeland. Damit handelt es sich hierbei um den bisher größten Handelsblock der Welt, der 29 Prozent der Weltwirtschaft und mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung umfasst. Unternehmen, die in der Region ansässig sind, können von dem Freihandelsabkommen profitieren und den vereinfachten Marktzugang nutzen, der durch die Abschaffung von Zöllen, die Liberalisierung des Dienstleistungssektors und die Beseitigung von nichttarifären Handelshemmnissen ermöglicht wird. Von den Unterzeichnern wird erwartet, dass es den Handel zwischen den Mitgliedern um etwa 420 Mrd. US-Dollar steigert, die globalen Exporte um 500 Mrd. US-Dollar und das nationale Einkommen der 15 Länder bis 2030 um 186 Mrd. US-Dollar erhöhen wird. Das Abkommen verspricht eine Steigerung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) seiner Mitgliedsstaaten. Jedoch  geht es beim RCEP nicht nur um Marktzugang oder die Abschaffung oder Senkung von Zöllen, sondern auch um Themen wie Streitbeilegungsmechanismus und geistige Eigentumsrechte.

Das Abkommen hat wirtschaftliche, soziale und geopolitische Auswirkungen auf die Staaten und die Gesellschaften in der Region, aber auch auf die Weltwirtschaft. Die Rosa-Luxemburg-Stiftung (RLS) veranstaltet eine Webinar-Reihe, um die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen und Folgen des Freihandelsabkommens zu beleuchten.

I. STATUS QUO UND DIE ERWARTETEN VERTEILUNGSWIRKUNGEN

Das RCEP-Abkommen ist ein regionales Handelsabkommen, das Staaten mit sehr unterschiedlichem Entwicklungsniveau umfasst. Einige Analysten warnen daher, dass das Abkommen die Staaten der Region wahrscheinlich in ungleicher Weise begünstigen wird. Dieses Webinar gibt eine Einführung in den Inhalt des Handelsvertrages und betrachtet sowohl die Auswirkungen auf einzelnen Staaten als auch auf die Verteilungseffekte auf wie z. B. Arbeitnehmerinnen und die Auswirkungen auf die Umwelt.

Referentinnen: Dr. Thuy Duong (Hochiminh University of Law), Prof. Chen Shumei (Shanghai International Studies University), Kate Lappin (Public Services International)

Datum: Donnerstag, 17. Juni 2021
Uhrzeit: 10.00 - 11.30 Uhr CEST

 

II. DAS ASIATISCHE JAHRHUNDERT - WIE RCEP DIE GLOBALE WIRTSCHAFT UND POLITIK VERÄNDERT

Die heutigen Freihandelsabkommen gehen weit über klassische Handelsfragen hinaus. RCEP ist das zweite Handelsabkommen in Asien, das ohne Beteiligung der Vereinigten Staaten oder der Europäischen Union stattfindet. Bedeutet das Abkommen einen Schritt in Richtung multilateraler Handelsintegration in der Region und damit einen globalen ökonomischen und politischen Führungswechsel in Richtung Asien? Dieses Webinar diskutiert die geopolitischen Implikationen des RCEP-Abkommens und seine Bedeutung in Zeiten des Kräftemessens zwischen den verschiedenen Wirtschaftsmächten der Welt.

Referent*innen: Helmut Scholz (Mitglied des Europäischen Parlaments), Dr. Liu Zongyi (China and South Asia Cooperation Research Center), Dr. Wang Liqin (Tongji University Shanghai), Vu Ngoc Binh (Wissenschaftler, Vietnam) 

Datum: Donnerstag, 8. Juli 2021

Uhrzeit: 10.00 - 11.30Uhr (CET), Vietnam: 16:00 - 17:30Uhr, China: 17:00pm - 18:30Uhr